Junge Frau geht im Wald spazieren.

Welche Rolle spielt die Psyche bei Schmerz?

Schmerzen können auch auf psychische Belastungen und Störungen zurückzuführen sein. Ein Drittel aller depressiven und ängstlichen Patienten klagen über körperliche Schmerzen. Auch hier ist bereits nachgewiesen, dass die Depression die Schmerzempfindlichkeit im Gehirn verstärkt. Mehr als 80% der chronischen Schmerzpatienten, die an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren, sind Menschen mit depressiver Stimmungslage oder dauerhaften Alltagsbelastungen bzw. Konflikten im Beruf und Familie.

Hier handelt es sich um Menschen mit einer ungünstigen Form der Schmerzbewältigung. Andererseits besteht bei Menschen, die unter körperlichen Schmerzen leiden, ein dreimal so hohes Risiko, eine neuerlich depressive Episode zu entwickeln. Schlaflosigkeit ist ein weiterer wichtiger Faktor, der das Schmerzempfinden negativ beeinflusst und verstärkt. Depressionen, Ängste und negativer Stress, sei es in der Familie oder im Beruf, spielen eine große Rolle beim Auftreten von chronischen Schmerzen. Deshalb ist es immer wichtig, die seelischen und körperlichen Symptome zeitgleich zu behandeln. „Die Vernachlässigung des einen kann die wirksame Verbesserung des anderen gefährden“ (Kronke et al). Das heißt, wenn wir auf den Körper fokussieren und dabei die seelischen, psychischen als auch sozialen Belastungen vernachlässigen, kann es in vielen Fällen nicht zu einer wirksamen Verbesserung kommen!

 

Prim. Dr. Claudia Thielmann
Ärztliche Leitung Privatklinik Hollenburg

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